Sie sind hier: Aktuelles » DRK-Kleiderladen für Menschen in finanzieller Schieflage

DRK-Kleiderladen für Menschen in finanzieller Schieflage

Seit einem Jahr betreibt das DRK seinen Kleiderladen in den ehemaligen Räumen der Gaststätte Zur Post an der Werdohler Straße. Der Standortwechsel von den Kellerräumen in der Turnhalle Niederheide hat sich bewährt.

Abb.: come-on.de

Erstmals kann das DRK Neuenrade seinen Kleiderladen auf einer dreifach größeren Fläche „oberirdisch“ betreiben. Ein Vorteil, den sowohl die ehrenamtlichen Helfer als auch die Kunden des Kleiderladens zu schätzen wissen.

Gut erhaltene Sachen für wenig Geld

Im Durchschnitt seien es mehr als 60 Einwohner aus Neuenrade, die jeweils mittwochs von 15 bis 17 Uhr den Weg zum Kleiderladen finden, um für wenig Geld gut erhaltene Sachen zu kaufen. 

Neun Frauen zählen derzeit zum Helferteam. Sie räumen die gespendeten Waren ein, sortieren sie nach Größen, falten sie und beraten ihre Kunden. Zwei Herren seien so etwas wie die „Transportabteilung für schwere Sachen“, wissen die Damen schmunzelnd zu berichten. 

In den Abteilungen gibt es unter anderem Damen- und Herrentextilien, Kinderkleidung und auch Kleinmöbel oder Elektroartikel. Selbst ein gespendeter Tannenbaum habe inzwischen einen Abnehmer gefunden. Maria Brockhagen, Leiterin der DRK-Begegnungsstätte und gemeinsam mit dem Roten Kreuz zuständig für den Kleiderladen, sieht eine steigende Nachfrage und lobt „die großzügige Spendenbereitschaft der Neuenrader, die gut erhaltene Kleidung und andere Sachen uneigennützig zur Verfügung stellen.“ 

Sie lege großen Wert darauf, dass jeder kommen könne und keine Einkommnensprüfung vorgenommen wird. Zu den Kunden zähle die alleinerziehende Frau ebenso wie die Familie mit vier oder mehr Kindern. Grundsätzlich werde davon ausgegangen, dass die DRK-Kleiderkammer von Menschen in Anspruch genommen wird, die wirtschaftlich „nicht auf der rosigen Seite des Lebens stehen“. 

Dazu zählen oftmals Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund. Zunehmend sind es aber auch Menschen ohne ausländische Wurzeln, die im DRK-Kleiderladen vorbeischauen und das Angebot in Anspruch nehmen. Für 50 Cent bis drei Euro seien viele Wünsche erfüllbar.

Spaß am Helfen

Zu den ältesten Helferinnen zählt die 78-jährige Mia Grevener. Seit fast 25 Jahren hilft das „dienstälteste Kellerkind“ im DRK-Kleiderladen. Im neuen Standort fühle sich die Seniorin sehr gut. Mit Kleiderbügeln in der einen und gespendeten Schuhen in der anderen Hand fügt sie hinzu, dass es ihr einfach Spaß macht, auch nach einem Vierteljahrhundert im Kleiderladen mitzuhelfen. Auch wenn im Helferteam Humor und Fröhlichkeit herrsche, müssten „die Sorgen der Menschen ernst genommen werden.“ 

Die 56-jährige Cordula Weier zählt seit zwei Jahren zum Helferteam im DRK-Kleiderladen. Ihr Antrieb sei ihre christliche Grundhaltung sowie die Wertschätzung und der Respekt vor denen, die Hilfe suchen. 

Mit zum Helferteam gehört auch Lilli Birukov. Vor 15 Jahren war die 66-Jährige mit ihrer Familie aus Sibirien in die Stadt gekommen und hatte dort viel Hilfe erhalten. Etwas von dieser will sie nun mit ihrer Arbeit zurückgeben. Ihr gehe es gut, wenn sie Leuten helfen könne. 

Ähnlich denkt auch Edith Gerling, die seit 13 Jahren im DRK-Kleiderladenteam sortiert, faltet und „alles macht, was so anfällt.“ Auch wenn es immer mehr Arbeit werde, sei das zu schaffen, da der Zusammenhalt stimme. 

Jeweils mittwochs werden Kleider und Sachspenden von 15 bis 17 Uhr in der DRK-Kleiderkammer angenommen. Derzeit würden Kinderwägen, Kinderbetten, Kleinmöbel, Elektrogeräte, Staubsauger und Nähmaschinen gesucht. 

Außerdem machen die Verantwortlichen darauf aufmerksam, dass die DRK-Kleiderkammer am 27. und 28. Dezember geschlossen sei. Erster Öffnungstag im neuen Jahr sei der 3. Januar. Am darauffolgenden 4. Januar würden wieder Spenden angenommen werden.


Der Opens external link in new windowLink zum Artikel der Webausgabe unserer Heimatzeitung.

_______________________

Text und Bild: come-on.de

12. Dezember 2016 08:30 Uhr. Alter: 287 Tage